Pat

Foto: Jörg Müller / the-pit.de

Pat Weazle

Pat wuchs auf einer Einhornfarm in Kanada auf, wo er von kleinauf lernte, mit Einhörnern zu kommunizieren, sich um sie zu kümmern und zu reiten. Als Hauptnahrungsquelle diente ihm hierbei die unglaublich leckere Einhornmilch, aus der er alle nötigen Nährstoffe ziehen konnte.

Zudem konnte er hieraus einen fast trinkbaren selbstgebrannten Schnaps herstellen, durch den nur die ersten 3 Probanden erblindeten. Alle anderen hatten nur zwei Tage lang Durchfall oder erbrachen plötzlich Regenbögen.

Als Pat gerade volljährig wurde, wurde die Einhornfarm von einer Zombiehorde überrannt. Die meisten Einhörner wurden getötet, wenige konnten in die Wälder fliehen. Pat schaffte es wie durch ein Wunder, ebenfalls zu entkommen und rettete sich auf einer Luftmatratze auf das offene Meer.

Hier trieb er über mehrere Jahre dahin. Durch den lebenslangen Konsum von Einhornmilch und -schnaps brauchte er fast keine Nahrung (hin und wieder mal ein paar Algen, Quallen, Plastiktüten und Hamburger reichten aus). Auch die Sonne war kein Problem für ihn. Zweimal im Jahr rasierte er sich mit Hilfe eines Schwertfisches oder einer Krabbe. Die Zeit zwischen zwei Rasuren nutzte seine Gesichtshaut dazu, sich zu regenerieren.

Da es auf offener See sehr schnell langweilig wird, bastelte Pat sich aus Oktopusarmen, Treibholz und Seesternen eine Art Instrument, das in verschiedenen Tonhöhen klingen konnte. Seine erste so gebaute Gitarre ermöglichte es ihm, tagaus, tagein zu spielen. Der Klang war jedoch so grässlich, dass er sogar die Götter erzürnte: Wann immer die Oktopusgitarre erklang, verfinsterte sich der Himmel und es bildeten sich obszön wirkende Wolkenformationen.

Ein Kreuzfahrtschiff nahm Pat kurze Zeit auf. Aus ihm unerklärlichen Gründen fing er sich von den Mitreisenden immer wieder Ohrfeigen ein, wenn er ihnen von seiner „köstlichen Einhornmilch“ berichtete und sie dazu aufforderte, diese einmal zu probieren.

Als Pat nach wenigen Tagen an Bord seine Oktopusgitarre auspackte, wurde er kurzerhand vom Schiff geworfen; die mittlerweile sehr seltsam riechende Luftmatratze hinterher.

Seitdem hielt er Boote, Kreuzfahrtschiffe oder Piraten von sich nicht nur aufgrund seines Körpergeruches fern: Die Oktopusgitarre tat ihr Übriges.

Eines Morgens stieß Pat ans Ufer des Rhein-Herne-Kanals und beschloss, im Ruhrgebiet zu bleiben (warum auch nicht, er hatte ja sonst nichts zu tun). Die laute Musik, die er von seiner Position aus hörte (es war um Pfingsten herum) inspirierte ihn dazu, seine auf dem Oktopus-Gestell erlernten Fähigkeiten mal an einer richtigen Gitarre auszuprobieren, was überraschender Weise wirklich grandios klang.

Dies hörte ein begeisterter Nico Caynebard und die beiden beschlossen, noch weitere Musiker mit unspektakulärem Hintergrund zu suchen, um mit ihnen die Band „Beyond Redemption“ zu gründen.